Alpencross Touren

Dolomiten-Alpencross-2025

Die viertägige Rundtour durch die Dolomiten fand dieses Jahr mit einem neunköpfigen Team statt. Was im Vorfeld nach einer abwechslungsreichen, gut fahrbaren MTB-Tour klang, entpuppte sich für mich rückblickend leider als eine der enttäuschendsten Alpencross-Erfahrungen der letzten Jahre.

Die Planung sah vor, den Asphaltanteil möglichst gering zu halten und nur dort Straßen zu nutzen, wo es keine sinnvolle Alternative gibt. In der Praxis bedeutete das allerdings vor allem eines: sehr steile Anstiege, die häufig nicht fahrbar waren. Trotz griffigem Untergrund und technisch meist unschwierigen Wegen musste überdurchschnittlich viel geschoben werden – deutlich mehr, als ich es aus anderen Alpencross-Regionen kenne und schätze.

Hinzu kam eine sehr ambitionierte Gruppendynamik. Das Tempo war hoch, der Druck spürbar, Pausen selten und eher funktional als genussorientiert. Gerade in Kombination mit den langen, steilen Anstiegen ging für mich viel von dem verloren, was ich an mehrtägigen MTB-Touren eigentlich liebe: Rhythmus finden, Landschaft wirken lassen, gemeinsam unterwegs sein.

Zwar boten die zahlreichen Hütten in Südtirol theoretisch gute Möglichkeiten für entspannte Pausen, diese kamen jedoch deutlich seltener zum Tragen als erwartet. Auch die im Vorfeld eingeplanten Alternativen – Gondeln, Shuttle oder Etappenverkürzungen – wurden zwar teilweise genutzt, änderten aber nichts am grundsätzlichen Charakter der Tour.

Was die Landschaft betrifft, bleibe ich zwiegespalten. Die Dolomiten sind ohne Frage spektakulär und beeindruckend. Für mich fühlte sich vieles jedoch eher wie ein hochinszeniertes Alpen-Erlebnis an: sehr touristisch, sehr durchgetaktet, stellenweise fast wie ein alpines Freilichtmuseum. Mir persönlich fehlte das Ursprüngliche, das Ruhige, das Unaufgeregte, das ich in anderen Regionen der Alpen deutlich stärker empfinde.

Die bewusst großzügig angelegten Routenvarianten in Komoot boten zwar Flexibilität, konnten aber letztlich nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Tour für mich insgesamt zu steil, zu schiebintensiv und zu wenig genussorientiert war. Lediglich die vierte Etappe, die ich ohne das restliche Team und über machbare Strecken gefahren bin, brachte noch einmal einen halbwegs runden Abschluss.

Fazit:
Diese Dolomiten-Runde mag für sehr fitte, leistungsorientierte Gruppen mit hoher Leidensbereitschaft gut funktionieren. Für mich persönlich war sie jedoch ein Reinfall – und eine wertvolle Erkenntnis darüber, was ich bei zukünftigen Alpencross-Touren vermeiden möchte.


 
EtappeStart – ZielDistanz↑ Höhenmeter↓ HöhenmeterHöchster PunktTechnikBesonderheiten / Optionen
1 Seis – Canazei ca. 39 km ca. 1.250 hm ca. 1.650 hm Mahlknechtjoch – 2.200 hm S0–S1, kurz S2 Gondel Seis–Compatsch, Abstecher Tierser-Alpl
2 Canazei – La Villa ca. 42 km ca. 1.450 hm ca. 1.650 hm Passo Pordoi – 2.230 hm S0–S2, kurz S3 Gondel Pecol, Variantenroute via Piz La Ila
3 La Villa – Maurerberghütte ca. 44–46 km 1.800–1.850 hm
mit Shuttle ca. 1.450 hm
ca. 1.300 hm Maurerberghütte – 2.100 hm S0–S1, kurz S2 Variante via St. Martin & Heilig-Kreuz, Bike-Shuttle möglich
4 Maurerberghütte – Seis ca. 50 km ca. 1.000 hm ca. 2.100 hm Würzjoch – 1.980 hm S0–S1, kurz S2 Keine offiziellen Abkürzungen