Alpencross Touren

4. Etappe

WÜRZJOCH - seis am schlern

Maurerberghütte / LAJEN / GRÖDNERTAL / SEIS

4.Tag / 25. August 2025


  • Start: Maurerberghütte (2.100 hm)
  • Ziel: Seis (1.000 hm)
  • Gesamtstrecke: ca. 50 km
  • Höhenmeter bergauf: ca. 1.000 hm
  • Höhenmeter bergab: ca. 2.100 hm
  • Höchster Punkt: Würzjoch – 1.980 hm
  • Technik: überwiegend S0–S1, kurze S2-Passagen möglich
  • Einkehrmöglichkeiten: Würzjoch, Lajen, Kastelruth

    Die letzte Etappe habe ich bewusst alleine geplant und gefahren – eine Entscheidung, die sich im Nachhinein als genau richtig herausgestellt hat. Nach den sehr getakteten Tagen zuvor war es wohltuend, Tempo, Pausen und Route selbst bestimmen zu können. Diese Etappe wurde damit nicht nur fahrerisch, sondern auch mental zu einem versöhnlichen Abschluss der Tour.

    Von der Maurerberghütte startete ich mit einem etwa 2 km langen Downhill (−250 hm). Nach insgesamt rund 3 km erreichte ich die Auffahrt des Vortages, kurz darauf folgte ein kurzer Straßenabschnitt. Ein letzter, überschaubarer Anstieg von etwa 100 hm führte hinauf zum Würzjoch auf 1.980 hm. Das Würzjoch liegt eindrucksvoll am Fuß des Peitlerkofel und markiert den Eingang zum Naturpark Puez-Geisler – landschaftlich einer der schönsten Abschnitte der gesamten Reise.

    Es folgten knapp 10 km mit stetigem Auf und Ab: schöne Trails, kurze Gegenanstiege, ein guter Rhythmus. Auf etwa 1.750 hm begann dann eine lange Abfahrt – rund 10 km und 750 hm bergab, abwechslungsreich über Straße, Nebenstraßen, Forstwege und Trails bis knapp unter 1.000 hm. Ohne Zeitdruck und im eigenen Flow machte dieser Abschnitt endlich wieder echten Fahrspaß.

    Unten im Eisacktal angekommen, folgte ein moderater Asphaltanstieg (ca. 200 hm), bevor eine weitere rund 10 km lange Passage mit wechselndem Profil zwischen 1.100 und 1.250 hm anstand. Bei Kilometer 34, kurz vor Lajen, begann eine längere Abfahrt: 5 km und etwa 500 hm hinunter bis auf rund 750 hm.

    Hier wechselte ich auf den Brennerradweg und gönnte mir in Klausen eine ausgedehnte Pause in einem bekannten Restaurant – ruhig sitzen, essen, trinken, durchatmen. Genau diese einfachen Momente hatten mir auf den vorherigen Etappen gefehlt.

    Der letzte große Anstieg führte bei großer Hitze über 4 km und rund 400 hm hinauf nach Seis am Schlern. Steil, schweißtreibend – aber ich konnte ihn in meinem eigenen Tempo fahren. Ohne Druck, ohne Vergleiche. Genau das machte diesen Anstieg nicht nur machbar, sondern sogar befriedigend.

    Ein Panoramaweg oberhalb von Kastelruth leitete schließlich entspannt zurück Richtung Seis, wo ich die Tour ruhig ausrollen ließ.

    Fazit Etappe 4 & Gesamtfazit:
    Diese Solo-Etappe hat die Tour für mich gerettet. Landschaft, Rhythmus, Pausen und Belastung standen endlich wieder in einem stimmigen Verhältnis. Rückblickend zeigt sich für mich klar: Nicht die Dolomiten an sich waren das Problem, sondern das Zusammenspiel aus Steilheit, Motivation, Gruppendruck und Taktung. Allein unterwegs, mit Freiheit im Kopf und im Tempo, konnte ich genau das erleben, was ich mir von einem Alpencross erhoffe.

    Ein ehrlicher Abschluss – und eine wichtige Erkenntnis für zukünftige Touren.


Tour 4: Maurerberghütte - Seis [via Lajen, Grödnertal] (48 km / 1.440 hm)
https://www.komoot.com/tour/1911632387


Übernachtung:  Seis am Schlern – Parc Hotel Florian  https://www.hotelflorian.it/